Grußwort des Präses

Oberstudienrat Norbert Häusler, 1977,
ist seit 1998 Mitglied der Bruderschaft und seit 2014 Präses

 

Grußwort des Präses

 

„Du hast mir Raum geschaffen, als mir angst war…“
(vgl. Psalm 4) / Einladung zur statio am „Kirmessonntag“

Ja, es ist zum bang werden in dieser Zeit. Weil wir uns nämlich mit Dingen, die von außen an uns herantreten und die wir nicht gewollt haben, auseinandersetzen müssen und die uns Konsequenzen auferlegen. Die wir auch zu Recht nicht wollen. Z.B. nicht gemeinsam so zu können, wie es schön, richtig und auch wichtig wäre. Zusammen in großer Gruppe ein Dorfleben zu gestalten. Zusammen in die Kirche zu gehen, zusammen Schützenfest zu feiern. Sich mal zu „paaschen“.

Richtig, das Schelsener Schützenfest findet nicht statt, aber die Gemeinsamkeit auszudrücken in pandemiemöglichen Formen, das soll sein, auch im Jahre 2020. Anstelle der Sonntagsmesse zur Schelsener Kirmes, an welcher nur ein verschwindend kleiner Teil von Menschen hätte teilnehmen können mit der Konsequenz einer Online-Übertragung, für die es Pro- und Contra-Argumente gibt, wird die Bruderschaft Schelsen am diesjährigen Kirmessonntag den Raum nutzen, von dem der Psalmist sagt, es sei geschaffener Raum. Schelsen – nicht nur Schelsen – hat diesen Raum auch außerhalb des Kirchengebäudes, es sind unter anderem die gerade erst hergerichteten Wegekreuze. Und die Bruderschaft will barrierefrei bleiben! Heißt: Jeder soll die Möglichkeit haben, einen liturgischen Ort aufzusuchen.

An den Schelsener Wegekreuzen Bildstöckchen, Horsterstrasse / Brungs, Am Düvel, Schloß - Dyck - Straße, Am Fußfall sowie am Ehrenmal wird am 02. August 2020 zur selben Zeit (10:00 Uhr) eine von Präses Norbert Häusler inhaltlich vorbereitete Andacht / statio gehalten. An den genannten liturgischen Orten können die Schützenzüge und Bevölkerung sich zugesellen, um zu beten, das Wort Gottes zu hören und aller Opfer von Gewalt zu gedenken (an allen Kreuzen findet somit zeitgleich eine schlichte Form des Gedenkens statt, am Ehrenmal mit Kranz durch den General). An jeder Stelle wird die statio von einem „Vorbeter“ geleitet. Thema der Andacht wird „der untreue Verwalter“ aus Lk 16 sein.

Somit ist das Dorf liturgisch zwar in viele Teile getrennt, aber im Geiste zutiefst beisammen. Der Vorstand trifft diese Entscheidung für die statio bewusst, um jedem die Möglichkeit des Gebets und des in diesen Zeiten möglichen Beisammenseins zu geben. Die Räume und Orte, die das Dorf Schelsen dafür zur Verfügung hat, sind Geschenke, die es gerade in diesem Jahr zu nutzen gilt.

Die Schelsener Schützenbruderschaft freut sich auf Ihr Kommen und Beten!

Norbert Häusler, Präses