Grußwort des Präses

Oberstudienrat Norbert Häusler, 1977,
ist seit 1998 Mitglied der Bruderschaft und seit 2014 Präses

 

Grußwort des Präses

 

Jahr des Heiligen Josef

Ja, da wäre etwas beinahe in Vergessenheit geraten. Papst Franziskus hat das Jahr 2021 zum Josefsjahr ausgerufen. Will sagen: In diesem Jahr soll die Person Josef von Nazareth in den Mittelpunkt gerückt werden.

Wenn es um den Heiligen Josef geht, dann gibt es klassische Themen, meinetwegen für eine Predigt: Josef, der Gerechte, Josef, der seinen Träumen folgt, in denen Gott sagt, er solle doch bei seiner Frau und dem Ungeborenen im Mutterleib bleiben. Josef, der Arbeiter, klar, er war Bauunternehmer. Josef, der Ziehvater. Josef, der Mann im Hintergrund. Alles richtig, alles erwähnenswert, alles, was als Vorbild taugt. Josef, ein Mann, der auf eine Fahne gehört, der man dann folgen kann: So macht es die St. Josef Schützenbruderschaft Schelsen.

Ich möchte im Folgenden den Blick schärfen für eine Aussage, die Papst Franziskus in seinem Schreiben „Patriscorde“ zum Josefsjahr getätigt hat. Er schreibt: „Josef ist kein passiv resignierter Mann. Er ist ein mutiger und starker Protagonist.“ Zwei Begriffe interessieren mich:

1. Nicht resigniert. Wir alle wissen, was Resignation ist. Das ist ein Zustand, wenn man aufgibt. Wenn man sagt, es ist nichts mehr zu machen und zu ändern. Uns allen wohlbekannt, nicht erst seit Corona. Josef scheint jemand zu sein, der nicht resigniert. Was für ein Vorbild, ob es nun stimmt oder nicht!

2. Josef ist ein Protagonist. Was heißt das? Im Übertragenden Sinne bedeutet Protagonist Ideengeber, Haupthandelnder, herausragender Vertreter eines Standpunktes.

Josef, der Protagonist!!! Was für eine Aussage!!! Handelnd bleiben, nicht passiv sein, versuchen, zu gestalten, nicht alles über sich ergehen lassen! Wäre das was, was man sich auf die Fahne schreiben könnte? Ist das möglich in einem Leben, welches hochgradig komplex ist, welches ohne einengende Rahmenbedingungen wahrscheinlich gar nicht möglich ist? Kühne Geschichte. Aber so kühn, dass die St. Josef Schützenbruderschaft Schelsen sich das auf die Fahne schreibt und zwar mit Konsequenzen.

Was sind die Konsequenzen für das Josefsjahr 2021?

Im Sinne von dem Versuch, nicht zu resignieren und Protagonist zu sein wird die Bruderschaft Schelsen alle regulär anstehenden Termine „füllen“, und zwar „füllen“ mit coronakonformen Alternativangeboten! Der Josefstag am 19. März war der erste „Protagonistenact“. Die Bruderschaft Schelsen will es seinem Vorbild Josef zumindest halbwegs gleichtun, indem sie die Mitglieder „bei der Fahne“ halten und die Botschaft präsent halten will! Sämtliche Aktionen des diesjährigen Josefsjahres werden also beibehalten und ersetzt durch gemeinschaftliches Handeln. Dazu weiß die Bruderschaft sich unterstützt vom Birkshof Schelsen (Hofladen Hütten); hier wird zur Zeit gemeinsam geschaut, wie Bruderschaft und Landwirtschaft gemeinsam das Josefsjahr begehen können. Desweiteren gibt es bereits den Josefsaufkleber, der in einer ganz besonderen Art Josef hervorhebt und den jeder bekommen kann.

Josef, der Protagonist! Ich sage es nochmals: Kühne Geschichte! Ob dieses Ideal so lupenrein umsetzbar ist, kann man bezweifeln, aber es sich auf die Fahne zu schreiben und danach sein Handeln auszurichten, ist ein Versuch wert.

Heilger Josef, Schutzpatron, Mega!