Grußwort des Präses

Oberstudienrat Norbert Häusler, 1977,
ist seit 1998 Mitglied der Bruderschaft und seit 2014 Präses

 

Grußwort des Präses

 

„Im Beu sein!“

Liebe Freunde des Sommerbrauchtums, aber vielmehr liebe Christinnen und Christen und alle Menschen guten Willens,

bald beginnt die Getreideernte. Immer dann, wenn die Landwirte mit ihren Mähdreschern und anderen großen Maschinen auf den Feldern das Getreide abernten, ist dies für einen Beobachter ein starkes Zeichen, wenn auch die Ernte für die in der Landwirtschaft Tätigen sehr viel Stress und Zeitdruck bedeutet. Das starke Zeichen besteht darin, dass etwas zur Ernte gekommen ist, dass etwas reif ist. Und zwar reif für die große menschliche Gemeinschaft, die vom Brot, welches ja aus Getreide entsteht – das weiß ja gar nicht mehr jeder - leben kann. Nebenbei ist die Getreideernte für eine Schelsenerin und einen Schelsener ein Signal, ja fast schon ein positives „Warnsignal“: Bald ist Kirmes!!

Auf „Schälser Platt“ sagt man zu einem Landwirt, der gerade Getreide erntet: „Dä is im Beu!“ Will sagen, er ist auf dem Feld und drischt. Und dieses „Im Beu sein“ ist verbunden mit Konstanz: Das Feld will ganz abgearbeitet werden, nicht nur ein bisschen. Und dieses „Im Beu sein“ ist verbunden mit Mühe: Egal, wie modern die Maschinen sind, ohne Fleiß und Mühe geht gar nichts und dies gilt von der Aussaat an! Und dieses „Im Beu sein“ ist verbunden mit Glaube und Hoffnung: Aufs Wetter muss man vertrauen und so intensiv die Planungen waren, gewisse unbekannte Faktoren hat man nicht im Griff.

Liebe Freundinnen und Freunde, „Im Beu sein“, was für ein starker Vergleich mit unserem Leben: Konstanz, am Ball des Lebens bleiben, Fleiß und Glaube und Hoffnung. Intensiv an sich und der Welt arbeiten und im Letzten vertrauen auf die Kraft des lebensspenden Gottes, wenn wir nicht mehr in der Lage sind, das Feld unseres Lebens zu bearbeiten.

Gemeinsam „im Beu sein“, nicht alleine; gemeinsam leben, die Lasten der anderen mittragen (Paulus, Galaterbrief, Kapitel 6) und sich den Mühen des Feldes – so gut es in den eigenen Möglichkeiten steht – stellen!

Ganz viel „Im Beu sein“ nicht nur für die Schelsener Bruderschaft,

das wünscht Ihr und Euer

Präses Norbert Häusler.