Grußwort des Präses


(Oberstudienrat Norbert Häusler, 1977, ist seit 1998 Mitglied der Bruderschaft und seit 2014 Präses)

 

Grußwort des Präses

 

„SappSanSchill!“

Liebe Freunde des Sommerbrauchtums, aber vielmehr liebe Christinnen und Christen und alle Menschen guten Willens,

was ist ein guter Schützenzug? Ab wann ist eine Bruderschaft richtig gut? Zwei einfache Fragen, hier der Versuch einer einfachen Antwort!

Ein Zug, eine Bruderschaft ist dann richtig gut, wenn er oder sie „SappSanSchill“ ist! Und eigentlich könnte das Grußwort an dieser Stelle bereits enden, gäbe es da nicht Klärungsbedarf; Klärungsbedarf, was diese an Hieroglyphen erinnernde Wortakrobatik denn meint.

Auch dies ganz einfach:

Sapp – das ist die Abkürzung für Sappeure. Sappeure waren in ihrer richtigen militärischen Vergangenheit unter anderem dafür zuständig, den Weg für das kommende Heer freizumachen, den Lagerbau zu organisieren oder als Truppenhandwerker tätig zu sein.

San – das ist die Abkürzung für Sanitätszug. Sanitäter sind die, die die Verwundeten bergen und versorgen. Die an den Verbandsplätzen tätig sind.

Schill – das ist die Abkürzung für die Schillschen Offiziere. Überlassen wir einmal die Bewertung dieser „irregulären Armee“ in napoleonischer Zeit den Historikern: Die Schillschen Offiziere stehen für Wagemut, Unerschrockenheit und Aufbruch.

Liebe Bruderschaftsfamilie, eine Bruderschaft, die einen Schützenzug oder ein Bruderschaftsleben mit dem Inhalt „SapSanSchill“ hat, ist wahrhaft gut, aber im übertragenen Sinne: Den Weg freimachen für ein gutes und angemessenes Miteinander, das auch den Schwachen und Andersdenkenden mit einbezieht und mitmachen lässt. Denjenigen, der verletzt liegengeblieben ist, aufhelfen und aufrichten. Überall da, wo Menschen verwundet sind, die „Wunden pflegen und Verbände anlegen“. Und mutig nach vorne zu preschen für Gerechtigkeit, Frieden und Versöhnung. Wagemutig zu sein für das Reich Gottes und die Kirche.

Eine Bruderschaft, die „SappSanSchill“ hat, ist zutiefst auf dem Boden des Evangeliums und wahrhaft zu beneiden.

Ganz viel „SappSanSchill“ nicht nur für die Schelsener Bruderschaft, das wünscht Ihr und Euer

Präses Norbert Häusler.